Deine Fixkosten berechnen und senken

Zwar macht Kleinvieh auch Mist, aber heute beschäftigst du dich mit den dicken Fischen! Die meisten unter uns, konzentrieren sich auf ihre variablen Kosten (wie Lebensmittel und Freizeit), sobald sie ihre Finanzen in den Griff kriegen wollen. Dabei steckt das meiste Potential für schönere Finanzen in deinen Fixkosten! Aber was zählt eigentlich zu den Fixkosten deines Haushalts, wie kannst du sie berechnen und wie kannst du sie langfristig senken?

Anleitung: so kannst du deine Fixkosten berechnen und senken.

Was sind Fixkosten? – Die Definition

Grundsätzlich zählt zu deinen Fixkosten jede sich regelmäßig wiederholende Ausgabe. Das kann sowohl monatlich, vierteljährlich oder jährlich passieren (wie manche Versicherungen oder Abos beispielsweise). Und nicht nur das: Fixkosten sind im Betrag immer gleich oder der Betrag ändert sich nur sehr selten (wie etwa bei deinen Wohnkosten).

Da die Beträge regelmäßig und immer in gleicher Höhe von deinem Konto abgebucht werden, ist es viel einfacher deine Fixkosten in deinem Haushaltsbudget zu berücksichtigen. Bei variablen Kosten kannst du den Betrag im Haushaltbudget nämlich schwer vorhersagen.

Variable Kosten sind das Ergebnis deiner täglichen Ausgaben für Lebensmittel, Gastronomie, Klamotten, Ausgehen und so weiter. Da diese Posten jeden Monat unterschiedlich hoch sind, werden sie auch variable Kosten genannt.

Beispiele: Welche Fixkosten verstecken sich in deinem Haushaltsbudget?

  • Miete
  • Betriebskosten, Hausgeld
  • Zinsen eines Immobiliendarlehens
  • Stromabschlag
  • Heizkosten
  • DSL, Telefon und Handyverträge
  • Autoversicherung, KFZ-Steuer
  • Lebensversicherung
  • Alle anderen Versicherungen
  • Netflix, Amazon Prime und andere Streamingdienste
  • Mitgliedschaft im Fitnessstudio
  • und so weiter …

Falls du dich fragst, warum die monatliche Tilgung eines Immobiliendarlehens nicht zu den Fixkosten gehört: Während deine Monatsmiete nach dem Monat verpufft ist, du das Geld also ausgegeben hast, würde ich argumentieren, dass die Tilgung eines Immobilienkredits eine Überweisung von deinem Soll auf deine Habenseite ist. Mit jeder monatlichen Tilgung sinkt nämlich die Schuld bei deiner Bank und dein Vermögen steigt. Du sparst also.

Wie kannst du deine monatliche Fixkosten berechnen?

Nimm dir einen Stift und Zettel zur Hand und mach dir eine Liste mit all den regelmäßigen monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Ausgaben (Führe ein Haushaltsbuch!) deines Haushaltes. Eine große Hilfe werden deine Kontoauszüge oder Kreditkartenabrechnungen sein. Denn im Gegensatz zu den variablen Ausgaben, begleichen wir fast alle fixen Kosten automatisch per Bankeinzug. Da ist es wirklich schwer etwas zu übersehen.

Ausgaben die seltener als monatlich anfallen teilst du durch ihre Häufigkeit: Für vierteljährliche Beträge setzt du also ein Drittel an, für jährliche nur ein Zwölftel. So hast du alle Ausgaben auf den Monat herunter gebrochen.

Welchen Anteil an deinem monatlichen verfügbaren Einkommen nehmen deine Fixkosten ein?

Tipps: Wie senkst du deine Fixkosten?

  • Am effektivsten sparst du, wenn du deine Fixkosten dauerhaft senkst. Das machst du nämlich nur einmalig, sparst dafür aber Monat für Monat hohe Summen.
  • Kleinvieh macht auch Mist, aber das größte Potential findest du natürlich nicht bei deinen Streaming-Abos sondern beim Wohnen, beim Auto und deinen größten Ausgaben. Das sind die Bereiche, wo Änderungen schwieriger sind, sich aber am meisten lohnen. Je größer der Posten, umso mehr solltest du Interesse daran haben, dort Einsparungen vorzunehmen.
  • Die niedrigeren Fixkosten sind häufig sehr leicht zu senken: Such online nach günstigen Versicherungen. Schau dir an, welche Versicherung du wirklich brauchst bzw. für dich empfohlen wird. Kündige Mitgliedschaften und Services, die du nicht nutzt.
  • Wenn du deine variablen Kosten senken möchtest, erfordert es ein geringes Maß an Willensstärke, aber die brauchst du umso öfter: Wenn du weniger Geld für Kleidung oder Ausgehen ausgeben möchtest, wirst du in deinem Alltag häufiger auf die Probe gestellt werden.
  • Wenn du wichtige Fixkosten senken möchtest, erfordert es eventuell sehr hohes Maß an Willensstärke, aber die brauchst du nur einmal: das Auto abschaffen und auf Öffis umsteigen, in eine günstigere Wohnung umziehen oder einen Untermieter suchen, Versicherungen kündigen, die du nicht brauchst. Das sind alles einmalige, aber langfristig sehr rentable Änderungen in deinem Leben.

Deine Aufgabe: Deine Fixkosten berechnen und langfristig senken

Wirf einen Blick in dein Haushaltsbudget oder rechne deine Fixkosten zusammen. Welchen Anteil an deinem monatlich verfügbaren Einkommen verschlingen deine Fixkosten? Wie stehst du zu deinen Ausgaben und wie passen deine Fixkosten mit deinen finanziellen Zielen zusammen?

Nimm dir jeden einzelnen Posten vor: je höher er ist, umso mehr Zeit solltest du darauf zu verwenden (dein Auto, dein Haus). Was davon kannst du kündigen, was davon kannst du senken?

Wie geht’s weiter?

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Wie steht es um deine monatlichen Ausgaben?

DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.