Hinzuverdienst zur Rente: Das gilt 2022

Als Rentnerin oder Rentner in Deutschland gilt man, sobald man von der gesetzlichen Rentenversicherung eine Altersrente bezieht. Möchte man die magere Rente aufbessern und etwas hinzuverdienen, muss man auf die Hinzuverdienstgrenzen in der gesetzlichen Rente achten. Für die Jahre 2020, 2021 und 2022 gelten besonders hohe Grenzen für den Hinzuverdienst zur Rente.

Welcher Hinzuverdienst zur Altersrente ist 2022 möglich

Die Hinzuverdienstgrenzen sind nur relevant, wenn die Regelaltersgrenze noch nicht überschritten wurde. Danach darf der Hinzuverdienst zur Rente nämlich beliebig groß sein und er hat auf die gesetzliche Rente keine Auswirkungen.

Die Regelaltersgrenze steigt im Moment von 65 auf 67 Jahre. Welche Regelaltersgrenze gilt, kann man einfach bei der gesetzlichen Rentenversicherung nachschlagen. Dort findet man auch einen Rechner, wann die individuelle Regelaltersgrenze erreicht wurde.

Auch wenn man vorzeitig in Rente gegangen ist, fallen die Hinzuverdienstgrenzen ab der Regelaltersgrenze weg.

Hinzuverdienst zur Rente (2022) bei vorgezogenen Altersrenten

Für Rentner und Rentnerinnen, die eine vorgezogenen Altersrente beziehen, gelten im Allgemeinen die regulären Hinzuverdienstgrenzen. Darunter fallen die Altersrente für langjährig versicherte (ab 35 Beitragsjahre) und für besonders langjährig versicherte (45 Beitragsjahre), wenn die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht wurde.

Reguläre Hinzuverdienstgrenze

Bezieher:innen von vorgezogenen Altersrenten dürfen regulär 6.300 Euro im Kalenderjahr hinzuverdienen. Bis zu dieser Grenze erfolgt keine Anrechnung des Hinzuverdienstes auf die Rente. Das bedeutet, sie beziehen die volle Rente und das zusätzliche Einkommen obendrauf. Dabei spielt die Quelle des Einkommens keine Rolle. Ein zusätzliches Einkommen aus einem Minijob beispielsweise, stellt auch für vorgezogene Altersrente kein Problem dar.

Hinzuverdienstgrenze in 2020, 2021 und 2022

Schon für 2020 und 2021 hatte die Regierung die Zuverdienstgrenzen für vorgezogene Altersrentner deutlich erhöht. Grund dafür war die Corona-Pandemie. Man wollte Altersrentnern die Möglichkeit geben, im Arbeitsmarkt — dabei vor allem im Gesundheitssektor — einzuspringen. Mit der Regelung erleichterte man die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt.

Die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten wird auch im Jahr 2022 auf 46.060 Euro angehoben. Zusätzliche Einkommen bis zu dieser Höhe führen somit nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Das heißt, im Jahr 2022 dürfen Altersrentner:innen einen Hinzuverdienst zur Rente von maximal 46.060 Euro erwirtschaften. Ab 2023 gilt aber voraussichtlich wieder die reguläre Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Kalenderjahr.

Was passiert, wenn ich über der Hinzuverdienstgrenze liege?

Für die Jahre 2020 bis 2022 ist ein überschreiten der Grenze eher unwahrscheinlich, nachdem die Grenze für den Hinzuverdienst zur Rente sehr stark angehoben wurden. Aber sollten Sie über der Hinzuverdienstgrenze liegen, rechnet die Rentenversicherung einen Teil ihrer Rente auf die Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung an.

Das bedeutet, die monatliche Rente wird um 40% des darüber liegenden Betrages gekürzt. Sollten Sie im Jahr also etwa 3.600 Euro mehr als die erlaubte Hinzuverdienstgrenze erwirtschaftet haben, ergibt sich beispielsweise Folgendes: Auf einen Monat bezogen liegen sie damit 300 Euro über der Hinzuverdienstgrenze. 40 Prozent davon sind 120 Euro. Die Rentenversicherung kürzt die Altersrente somit um 120 Euro.

Was ist der Hinzuverdienstdeckel?

Die Höhe des möglichen Hinzuverdienstes ist zusätzlich gedeckelt. Die Höhe dieses Hinzuverdienstdeckels ergibt sich aus dem höchsten Einkommen in den 15 Jahren vor dem Beginn des Bezugs der vorgezogene Altersrente.

Sollte der Hinzuverdienst höher als dieser individuelle Deckel sein, werden 100 Prozent des darüber liegenden Betrages von der monatlichen Rente abgezogen.

Letzter Tipp: Hinzuverdienst zur Rente auch 2022 melden

Auch nach Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen sollte der Hinzuverdienst zur Rente immer rechtzeitig der Rentenversicherung gemeldet werden.

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DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.