Unterschied zwischen Fonds und ETFs: Was wichtig ist

Der Unterschied zwischen ETFs und (aktiv gemanagten) Fonds ist wahrscheinlich weniger groß, als viele denken. Beides sind gute Investmenttools für Neulinge und Experten. Allerdings gibt es auch Unterschiede zwischen Fonds und ETFs, die man kennen sollte, bevor man sein Geld reinsteckt.

Unterschiede zwischen ETFs und Fonds

Falls du vor der Frage stehst, ob du lieber in ETFs (Exchange-Traded Funds) oder in aktiv gemanagte Fonds investieren möchtest, solltest du wissen: Die Gemeinsamkeiten sind größer als die Unterschiede. Trotzdem sollte man ein paar grundsätzliche Eigenschaften der beiden Anlageformen kennen.

Der wichtigste Unterschied zwischen Fonds und ETFs

In alle Arten von Fonds und ETFs stecken die Anleger ihr Geld in der Hoffnung, damit Rendite zu machen. Die Fonds wiederum kaufen (vereinfacht dargestellt) Anlagewerte wie Aktien, Rohstoffe oder Immobilien. Deshalb handelt es sich letztlich um einen Aktienfond/Aktien-ETF oder einen Immobilienfonds/Immobilien-ETF. Der Hauptunterschied zwischen aktiv gemanagten Fonds und dem entsprechenden ETF ist, wie die jeweiligen Anlagewerte ausgewählt werden und damit in den Fonds gelangen.

Passive ETFs

ETFs bilden immer einen Index nach und sie tragen den Namen des Index meist bereits im Titel. Einer der größten ETFs, in die du hierzulande investieren kannst, ist der iShares Core S&P 500 UCITS ETF. Der entsprechende Index im Namen des ETFs, S&P 500 (Standard & Poor’s 500), wiederum ist ein Aktienindex, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst. Der Fonds strebt also die Nachbildung der Wertentwicklung des Index an, der aus 500 US- Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung besteht.

Bei einem ETF sitzt also kein kluger Manager hinter einem Computer und wählt Aktien aus. Die gewählten Aktien orientieren sich immer an einem Index. Hinter dem Computer sitzt dabei höchstens eine Person aus der IT, die sich überlegt, wie man einen Index am smartesten nachbilden kann. Das ist nämlich gar nicht ohne Probleme.

Aktiv gemangte Fonds

Aktiv gemangte Fonds werden, wie der Name schon sagt, aktiv von einem Fondsmanager oder einem Team gemanagt. Diese treffen die Entscheidung, welche Aktien, Immobilien, Anleihen oder Rohstoffe als Anlagewerte ins Portfolio des Fonds genommen werden. Ganz egal, wie diese Entscheidungen getroffen werden: Die Fondsmanager streben immer an, dass sich ihr Fond besser entwickelt als der Markt insgesamt. Dies ist ein wichtiger Unterschied zum ETF: Ein ETF entwickelt sich (im Idealfall) immer wie der Markt.

Weitere Unterschiede zwischen Fonds und ETFs

Neben der Methode, wie Aktien oder Immobilien in die einzelnen Fonds gelangen, gibt es weitere Unterscheidungsmerkmale, die auch für Einsteiger wichtig sind.

Merkmal Preis

Gemanagte Fonds haben üblicherweise höhere laufende Kosten, da das Management deutlich mehr Zeit und Personal erfordert für die Auswahl der Anlagewerte und -güter investiert wird. Bei einem ETF unterliegen die Werte einem Index und sind damit fix. Damit ist deutlich weniger Aufwand fällig und ETFs können zu geringeren Kosten angeboten werden. Allerdings gibt es einige Fonds auch mit besonders günstigen Jahresgebühren, die nur wenig über den Kosten eines ETFs mit ähnlichen Werten liegt.

Merkmal Performance

Wer jetzt erwartet, dass aktiv gemanagte Fonds besser performen, also eine höhere Rendite oder einen höheren Wertzuwachs aufweisen, nur weil ein Fondsmanager aktiv Aktien oder Anleihen auswählt, der täuscht sich leider. Fonds sind zwar teurer, aber laut der allermeisten Studien nicht besser als vergleichbare ETFs. Im Vergleich von weltweit gestreuten ETFs mit ebensolchen Fonds (S&P 700 International) entwickeln sich langfristig nur 5 bis 10 Prozent besser als der Markt.

Damit sind ETFs langfristig die bessere Wahl. Denn langfristig schlägst du damit mehr als 90 Prozent der gemangten Fonds. Welche der 10 Prozent der Fonds sich besser als der Markt entwickeln, ist nämlich unmöglich vorherzusagen.

Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Fonds und ETFs

ETFs sind meistens günstiger als aktive Investmentfonds. Das heißt, durch die höheren Kosten geht bei aktiv gemanagten Fonds ein Teil der Rendite verloren. Gleichzeitig zeigen viele Studien, dass sich aktiv gemangte Fonds langfristig selten besser als der Markt entwickeln, sie aber oft schlechter abschneiden als vergleichbare ETFs. Für Neulinge am Aktienmarkt, die eine langfristige Geldanlage suchen, sind ETFs somit eher geeignet als aktiv gemanagte Investmentfonds.

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DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.