Wann kann ich in Rente gehen? – Infos mit Tabelle

Wer in Deutschland in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat Anspruch auf eine Altersrente. Ab wann der volle Anspruch auf die Regelaltersrente besteht, hängt vom Geburtsjahr ab. Wer nach 1963 geboren ist, für den ist es frühestens im Alter 67 soweit. Es gibt aber Ausnahmen für schwerbehinderte Menschen und solche, die bereits 45 Beitragsjahre in der deutschen Rentenversicherung gesammelt haben. Für alle anderen gibt es die Möglichkeit mit Abschlägen in den vorgezogenen Ruhestand zu wechseln. Wann genau du in Rente gehen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Wann kann ich in Rente gehen?

Wann kann ich in Rente gehen? – Regelaltersgrenze der Regelaltersrente

Die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Altersrente ist abhängig von deinem Geburtsjahr. Ab dem Jahrgang 1964 erreichen alle Personen ihre Regelaltersgrenze am Tag ihres 67. Geburtstags. Wer früher geboren wurde, kann noch etwas früher in die Rente wechseln (siehe Tabelle).

Mit der folgenden Tabelle lässt sich das individuelle Renteneintrittsalter bestimmen. Wichtig dabei ist, dass der erste Rentenmonat im Monat nach Erreichen der Altersgrenze sein wird. Wer also im Juni 2022 die Altersgrenze für die reguläre Altersrente erreicht, bekommt frühestens im Juli 2022 die erste Rente ausgezahlt. (Solange der Antrag rechtzeitig gestellt wurde! Siehe Info-PDF der Deutschen Rentenversicherung)

GeburtsjahrRegelrentenalter (oder Regelaltersgrenze)GeburtsjahrRegelrentenalter (oder Regelaltersgrenze)
vor 194765195665 + 10 Monate
194765 + 1 Monat195765 + 11 Monate
194865 + 2 Monate195866
194965 + 3 Monate195966 + 2 Monate
195065 + 4 Monate196066 + 4 Monate
195165 + 5 Monate196166 + 6 Monate
195265 + 6 Monate196266 + 8 Monate
195365 + 7 Monate196366 + 10 Monate
195465 + 8 Monateab 196467
195565 + 9 Monate

Wer bereits früher in Rente gehen will und seine Rente vor dem Regelrentenalter beantragt erhält damit keine Regelaltersrente, sondern entweder

  • die Altersrente für langjährig Versicherte (ab 35 Beitragsjahren) oder
  • die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (ab 45 Beitragsjahren).

Diese beiden Rentenarten sehen wir uns genauer an.

Früher in die Rente I – mit Abschlägen ab mindestens 35 Beitragsjahren

Wer 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt hat, kann bereits zum Alter 63 den Antrag auf eine Altersrente für langjährig Versicherte stellen. Der Nachteil dabei: man muss für jeden Monat, den man vor dem Regelrentenalter in die Altersrente geht, mit einem Abschlag von 0,3 Prozent rechnen.

In einem ausführlichen Artikel zur Rente ab 63 erfahrt ihr, wie ihr die Abschläge ausgleichen könnt.

Früher in die Rente II – ohne Abschlag mit mindestens 45 Beitragsjahren

Wer 45 Beitragsjahre gesammelt hat, kann früher in die Rente gehen und muss dabei keine Abschläge hinnehmen. Aktuelle Geburtsjahrgänge können aber frühestens mit Alter 64 ohne Abschläge in Rente gehen. Die Altersgrenze steigt im Moment auf 65 Jahre (siehe Tabelle).

Die Rente im Alter 63 ist damit nicht mehr möglich, dafür müsst ihr aber keine Abschläge in Kauf nehmen oder Sonderzahlungen leisten.

GeburtsjahrAltersgrenzeGeburtsjahrAltersgrenze
195864196264 + 8 Monat
195964 + 2 Monat196364 + 10 Monate
196064 + 4 Monatab 196465
196164 + 6 Monat

Wann kann ich Rente gehen? – Menschen mit Schwerbehinderung

Die Altersgrenze für Menschen mit Schwerbehinderung steigt im Moment von Alter 63 auf das Alter 65. Das heißt, alle ab 1964 Geborenen können im Alter 65 ihre volle Altersrente erhalten. (Soweit die anderen Anforderungen erfüllt sind.)

Aber auch hier ist es möglich, diese Altersrente vorzeitig in Anspruch zu nehmen. Der Gesetzgeber erlaubt es nämlich, bis zu drei Jahre vor dem Regelrentenalter (laut Tabelle unten) in Rente zu gehen. Allerdings wird dann die Rente für jeden Monat vorzeitiger Inanspruchnahme um 0,3 Prozent gekürzt.

Ein Beispiel: 1961 geboren, mit Schwerbehinderung

In der Praxis heißt das für Joachim, der 1961 geboren wurde, dass er (entsprechend der Tabelle) mit 64 Jahren und 6 Monaten in Rente gehen könnte und dann die volle Altersrente ohne Abschläge genießen kann. Möchte er die Rente vorziehen kann er frühestens mit 61 Jahren und 6 Monaten in die Rente wechseln und muss dafür 36 Monate mal 0,3 Prozent weniger Rente hinnehmen. Das wären insgesamt maximal 10,8 Prozent weniger.

GeburtsjahrRegelrentenalter (oder Regelaltersgrenze)GeburtsjahrRegelrentenalter (oder Regelaltersgrenze)
Januar 195263 + 1 Monat195663 + 10 Monate
Februar 195263 + 2 Monat195763 + 11 Monate
März 195263 + 3 Monat195864
April 195263 + 4 Monat195964 + 2 Monate
Mai 195263 + 5 Monat196064 + 4 Monate
Juni – Dezember 195263 + 6 Monat196164 + 6 Monate
195363 + 7 Monat196264 + 8 Monate
195463 + 8 Monat196364 + 10 Monate
195563 +9 Monateab 196467

Wie geht’s weiter?

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DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.