Wie viele Konten sollte man haben?

Wir empfehlen, mindestens vier Arten von Konten und Depots zu haben, so dass du immer den Überblick behältst und deine Ausgaben nicht durcheinander geraten.

Auf den ersten Blick mag das nach vielen Konten klingen, aber eigentlich haben die meisten von uns sowieso mehrere Konten oder Depots.

Warum und wie die Konten trennen?

Wichtig ist, dass du deine Konten nach Funktion trennst. Hier lernst du, welche Einteilung sinnvoll ist. Wir empfehlen mindestens 4 Konten und Depots. Wenn du aber beispielsweise deine Sparziele für Haus oder Auto weiter in verschiedene Konten unterteilen möchtest: umso besser!

Wenn du deine Konten weiter unterteilst, kannst du selbst einfacher sehen, wie erfolgreich du dich deinen finanziellen Zielen näherst. Du kannst Prioritäten setzen und durch die Unterteilung in kurzfristige und langfristige Ziele verhinderst du außerdem, dass du in Zukunft in die Schulden gerätst.

Wie viele Konten du brauchst? Mindestens 4!

Welche Konten für dich Sinn ergeben, hängt natürlich auch von deiner persönlichen Präferenz ab. Schau auch in unseren Artikel zum Unterschied zwischen Sparen, Investieren und Traden.

Aber folgende vier Konten würden wir für alle Altersgruppen und Lebenslagen mindestens empfehlen.

1. Ein Tagesgeldkonto für deinen Notgroschen

Wenn es hart auf hart kommt, solltest du vorbereitet sein. Es ist extrem wichtig, dass du einen Notfallgroschen auf der Seite hast. Ein Tagesgeldkonto auf dem du einen Notgroschen sparst, sollte also deine erste und wichtigste Priorität sein.

Wenn du jung bist und ohne familiäre Verpflichtungen bist, reichen 5.000 Euro. Später sollten es mindestens 3 Netto-Einkommen sein, damit du über die Runden kommst, wenn unvorhergesehene Dinge deine Finanzen belasten.

Wir haben in Deutschland zwar ein tragfähiges System der sozialen Sicherung, aber trotzdem können unvorhergesehene Ereignisse deine finanzielle Balance gefährden. Viel zu viele Menschen sind auf solche Momente nicht vorbereitet. Sei nicht einer von ihnen!

Es ist okay, wenn du diesen Notgroschen langsam aufbaust, aber mach es am Anfang deines Berufslebens zur Priorität und rühre das Geld wirklich nur im Notfall an. Ein Tagesgeldkonto bei der Bank, bei der du auch ein Girokonto führst, bietet sich dafür an. So kannst du im Notfall das Geld auf dein Girokonto überweisen und schnell darüber verfügen, hast es aber ansonsten gut aufgeräumt.

2. Ein Konto für baldige Anschaffungen wie Haus, Urlaub, Auto

Wahrscheinlich machst auch du hin und wieder Urlaub. Vermutlich sogar regelmäßig und eventuell mehrmals im Jahr. Wie wäre es also, wenn du dafür ein eigenes Budget einrichtest und diese Ausgaben etwas planbarer machst als sonst, damit sie dir in Zukunft kein Loch mehr ins Girokonto reißen?

Wenn du bereits ein Auto hast, sind Reparaturen unvermeidlich. Oder vielleicht sparst du auf ein eigenes Auto? Dann solltest du auf jeden Fall über ein Budget für baldigen geplanten Ausgaben verfügen. (Das ist im Gegensatz zu ungeplanten Ausgaben, die von deinem Notgroschen abgedeckt werden.)

Wenn du bereits über Wohneigentum verfügst, solltest du einen Betrag für Instandhaltung und Reparaturen zurückhalten und auf ein Sparkonto überweisen. Das kann schnell ins Geld gehen und hier willst du vorbereitet sein. Wenn du noch auf eigenes Eigentum sparst, dann spare für dein Eigenkapital (mindestens die Kaufnebenkosten) auf einem extra dafür vorgesehenes Konto. (Aber: Wenn der Erwerb von einer Immobilie noch mehr als fünf bis zehn Jahre in der Zukunft liegt, lohnt es sich aber eher bis dahin im Finanzmarkt zu investieren statt das Geld zinslos zu parken.)

Bei der ING, die wir als Depotanbieter aufgrund der attraktiven Preisstruktur für ETF-Sparpläne empfehlen, kannst du beispielsweise ein kostenloses Extra-Konto eröffnen. Außerdem bieten immer mehr Banken für ihre Konten auch Unterkonten an. Ob es sich dabei, um ein Giro- oder Tagesgeldkonto handelt ist dabei schlicht egal, da du das Geld für deine erwarteten Ausgaben sowieso zinslos parken musst.

3. Ein Girokonto für dein Gehalt und alltägliche Ausgaben

Hierzu müssen wir wahrscheinlich nicht allzu viele Worte verlieren. Fast jeder in Deutschland hat ein Girokonto. Wichtig ist aber, wie du deine Ausgaben trennst.

Sobald dein Gehalt eintrifft, machst du am besten Folgendes:

(1) Wenn dein Tagesgeldkonto mit dem Notgroschen noch gefüllt werden muss, schieb einen Betrag direkt auf dieses Tagesgeldkonto.

(2) Wenn du bereits regelmäßig investierst und dein Notgroschen gefüllt ist, richte in deinem Depot einen Sparplan ein, sodass am Anfang des Monats der Betrag direkt abgebucht und langfristig angelegt wird.

(3) Jetzt lege einen Betrag für deine baldigen Anschaffungen und Ausgaben für Urlaub auf das entsprechende andere Konto.

(4) Mit dem verbleibenden Geld auf dem Giro- und Gehaltskonto bestreitest du deine Wohnkosten wie Miete und den Alltag.

(5) Falls regelmäßig am Ende des Monats etwas übrig ist, kannst du entweder deine regelmäßigen Investitionen im Depot erhöhen oder du schiebst es auf dein Sparkonto für deine baldigen Anschaffungen.

4. Ein Depot für deine langfristigen Investitionen

Sobald du den Schritt wagst und für deine langfristigen finanziellen Ziele von der Sparer:in zur Investor:in wirst, brauchst du unbedingt ein Depot. Wenn du zufrieden mit deiner Bank bist, überprüfe die Gebühren für ETF-Sparpläne und ob es besonders günstige oder kostenfreie ETFs dafür gibt. Diese Infos findest du meist sehr leicht auf den Seiten deiner Bank. Wenn dir das Angebot zusagt, eröffne ein Depot bei der Bank deines Vertrauens.

Falls du nach einem guten kostenfreien Depot suchst, empfehlen wir die ING-Bank. Hier erfährst du warum. Schließe dein Direkt-Depot zusammen mit einem Extra-Konto ab, das ebenfalls kostenfrei ist.

5. (Optional:) Ein weiteres Depot falls du gern aktiv handeln oder in Krypto-Währungen investierst

Wenn du gern an der Börse oder mit Krypto-Währungen tradest, trenne diese Aktivitäten unbedingt von deinen langfristigen Investitionen in ETFs zum Vermögensaufbau fürs Alter oder deine finanzielle Unabhängigkeit. Denn in deinem Depot für die Altersvorsorge legst du langfristig an und verkaufst selten, in deinem Trading-Depot hast du dann freie Hand für deine kurzfristigen Käufe und Verkäufe und kannst eindeutig dein Budget für diese riskanteren Aktivitäten setzen.

Neben deinem Depot für den langfristigen finanziellen Ziele kannst du in diesem Fall einfach ein zweites Depot bei einer anderen Bank oder einem Neo-Broker eröffnen, wo du deine kurzfristigen Aktivitäten bündelst. So kommen sich deine langfristigen finanziellen Ziele und deine kurzfristigen Trading-Aktivitäten nie in die Quere. Du behältst immer den Überblick und kannst anhand der verschiedenen Depotstände immer vergleichen, wie sich deine vernünftige Vermögensanlage im Vergleich zur riskanten Trading-Aktivität schlägt.

Wie geht’s weiter?

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DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.