Was ist das Nettoeinkommen? – Definition und Berechnung

Das Nettoeinkommen eines Arbeiters oder einer Angestellten ist laut Definition das Einkommen, das vom Bruttoeinkommen nach Abzug aller Abgaben wie Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung für den persönlichen Verbrauch und zum Sparen zur Verfügung steht.

Die Beiträge zur Sozialversicherung umfassen Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung und werden von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt. Die Beiträge zur Unfallversicherung übernimmt hingegen alleine der Arbeitgeber.

Was ist das Nettoeinkommen?

Definition von Nettoeinkommen

Die Definition des Nettoeinkommens lässt sich auf Personen oder Haushalte ausdehnen.

Das Nettoeinkommen ist, was übrig bleibt, wenn vom Bruttoeinkommen einer Person oder den Bruttoeinkommen eines Haushaltes die Steuern sowie Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen werden.

Die direkten Steuern sind dabei etwa die Einkommenssteuer (Lohnsteuer), die Kirchensteuer und eventuell der Solidaritätszuschlag.

Die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung sind bei Arbeitern und Angestellten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sowie zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Das Nettoeinkommen ist für die meisten Personen und Haushalte also, was per Definition vom Bruttoeinkommen (dem vereinbarten Arbeitslohn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber) für den privaten Verbrauch und zum Sparen übrig bleibt.

Was ist das bereinigte Nettoeinkommen?

Im Gegensatz zum Nettoeinkommen, das per Definition für alle Arbeiter und Angestellte wichtig ist, ist das bereinigte Nettoeinkommen ein Begriff aus dem Unterhaltsrecht.

Für die Berechnung des Unterhalts wird durch das Gesetz festgelegt, dass das Nettoeinkommen zuerst um weitere Beträge bereinigt werden muss, um einen angemessenen Unterhaltsbetrag bestimmen zu können.

Das reguläre Nettoeinkommen, also das Bruttoeinkommen minus Steuern und Sozialversicherungsabgaben, ist auch für die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens wichtig. Zusätzlich wird es aber um einige weitere Ausgaben vermindert, um ein realistischeres Bild vom Einkommen zu bekommen.

Das bedeutet, dass das bereinigte Nettoeinkommen und das Nettoeinkommen der Gehaltsabrechnung nicht übereinstimmen. Meistens fällt das bereinigte Nettoeinkommen deutlich niedriger aus als der Nettolohn. Allerdings zählen auch andere Einkommen wie Kapitaleinkünfte und Renten oder Pensionen zum Nettoeinkommen.

Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens

Für die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens nimmt man zuerst das Bruttoeinkommen der jeweiligen Person als Grundlage.

Das Bruttoeinkommen bezieht sich dabei auf alle Einkommen einer Person in einem bestimmten Zeitraum. Das heißt, nicht nur der Lohn für Arbeit oder Angestellte, sondern auch aus anderen Einkommensquellen zählen per Definition zum Einkommen:

  • Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit (Arbeiter*innen, Angestellte)
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Alle Nebeneinkünfte oder Minijobs
  • Renten und Pensionen
  • Kapitaleinkünfte (Zinsen, Dividenden etc.)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkommen

Das sind nur ein paar Beispiele der Einkommensquellen, die für die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens (und damit des Unterhalts) relevant sein können. Alle Einkommensquellen erhöhen das verfügbare Einkommen der betreffenden Person.

Für die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens müssen nun diverse Ausgaben und Verbindlichkeiten vom Einkommen abgezogen werden. Wie beim Nettoeinkommen müssen auch Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Darüber hinaus mindern aber zusätzliche Ausgaben die Leistungsfähigkeit einer Person.

Diese Ausgaben und Verbindlichkeiten werden häufig bei der Bestimmung des bereinigten Nettoeinkommens berücksichtigt:

  • Einkommenssteuer (Lohnsteuer)
  • Beiträge zur Sozialversicherung (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung).
  • Krankenzusatzversicherung, Beiträge zur privaten Krankenversicherung
  • berufsbedingte Ausgaben
  • Unterhaltsleistungen
  • Darlehensverbindlichkeiten

Tipp

  • Auf der Internetseite smart-rechner.de findest du einen Unterhaltsrechner. Für die Richtigkeit dieser Angaben können wir allerdings keine Garantie übernehmen.

Für die konkrete Berechnung in deinem Fall solltest du dir einen geeigneten Rechtsbeistand holen, denn wir erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit aller Angaben und wollen dir nur einen ersten Überblick zum Begriff bereinigtes Nettoeinkommen geben.

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DER AUTOR

Christian hat Volkswirtschaftslehre und Statistik in Berlin studiert und danach eine Doktorarbeit zur Vermögensverteilung in Deutschland und Europa geschrieben. Daneben arbeitete er an einigen Projekten zu Altersvorsorge und Arbeitsmarkt. Jetzt gibt er sein Wissen an alle weiter, die ihre Finanzen gut und unabhängig regeln wollen.